Macht mit!
Setzen wir gemeinsam ein Zeichen!


Auch im Bereich Stallbau und Pferdehaltung können wir einiges tun, um nachhaltiger zu agieren. Dazu habe wir tolle Artikel in Pferdezeitschriften gefunden und für euch zusammengefasst:


Beim Thema Stallbau lautet die Devise : Weniger Flächenverbrauch ist mehr!        

Große Flächen werden einfach momentan überbaut und versiegelt durch verschiedene Projekte und Bauten (Stallgebäude, Lager für Maschinen, Betriebsmittel, Geräte, Reithallen, Ausläufe, Reitplätze, Park- und Wegeflächen etc.).

Doch wie genau kann ich eine möglichst ökologische Reitanlage planen? Hier haben wir einige Möglichkeiten zusammen getragen:


1."In die Höhe bauen" lautet die Devise                                                                                               

Deckenlastige Lagerungen für Betriebsmittel  sind durch entsprechende Technik durchaus möglich.

Diese Bauart  versiegelt weniger Fläche und kommt somit der Umwelt zu Gute.


2. Natürliche Baustoffe verwenden

Behutsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen sollte in Zukunft mehr beachtet werden. Holz ist einnachwachsender Rohstoff mit hoher Tragfähigkeit und für den Stallbau sehr gut geeignet. Im Wachstum speichert er auch noch CO2. Holz ohne chemische Behandlung lässt sich später auch optimal recyceln.

Nachhaltig ist es, schon beim Bau der Reitanlage an die CO2 Bilanz der Baustoffe und  an den Energieaufwand zu denken.Vermeidet Verbundbaustoffe,  die mehrere verschiedene Materialien durch Kleber verbinden. Sie können nur schwer wiederverwertet werden.


3. Reitböden in den natürlichen Kreislauf einfügen

Reitböden genießen bei Umweltschützern keinen guten Ruf. Gerade die in der Tretschicht vorhandene Zuschlagstoffe aus Vliesflocken, Fasern, Gelen und Wachsen aber auch Tretbeläge aus Teppichschnitzelnsind umweltbelastend. Beim Kauf des neuen Bodens sollte man daher vorher überprüfen, wie dieser zu entsorgen ist. Jedoch ist es heute möglich, die Zuschlagstoffe durch Siebanlagen wieder in die einzelnen Bestandteile zu trennen. Auf diese Weise können Flocken zur thermischen Verwertung wieder zugeführt und der Sand wieder in den Landschaftsbau fließen oder zum Neubau von Reitplätzen verwendet werden.

Außenplätze sollten auf alle Fälle so feucht gehalten werden, dass Staub und die Zuschlagstoffe nichtdurch den Wind davongetragen und verbreitet werden. Windschutznetze (ca. 1m hoch), kleine bepflanzte Wälle oder Hecken können eine ungewollte Verbreitung von Fasern und Flocken verhindern. Eine bessere Alternative wäre allerdings ein Boden aus Sand und organischen Stoffen, wie Bambusfasern, Holz oder Baumwolle.


4. Futterkauf und andere Betriebsmittel auf Umweltaspekte prüfen

Unsere heimische Landwirtschaft produziert alle Betriebsmittel, die man für einen Pferdebetrieb braucht. Daher kann man sich oft lange Transportwege aus fernen Ländern sparen. Auch auf abgepackte Ware in Silofolien oder Plastiksäcken kann verzichtet werden, wenn man die entsprechenden Lagermöglichkeiten hat und lose Ware kaufen kann. Sollte man dennoch nicht auf Sackware verzichten können, bieten viele Hersteller mittlerweile schon Futter in Papiersäcken oder in 100% recycelten Verpackungsmaterial an. Sammelbestellungen bei Möhren in Bigpacks anstatt Einzelverpackungen sind auch bei einigen Futterhändlern möglich.


5. Begrünung von Dächern

Bei bestehenden Pferdebetrieben können zahlreiche Begrünungen einen Lebensraum für Bienen und andere Insekten und Vögelbieten. Begrünte Dächer sind hierfür gut geeignet. Auch auf Bestandsdächern ist es möglich, Gründächer mit Blühwiesen für Insekten anzubringen. Die zu entsorgende Menge an Niederschlagswasser kann auf diese Weise reduziert werden. Dachbegrünungen gelten ebenfalls als Ausgleichsmaßnahmen für die eingangs erwähnten baulichen Eingriffe, wie der  Flächenversiegelung. Beste Klimaverhältnisse in Stallungen sind ein weiterer positiver Effekt.


6. Anlegen von Koppeln und Ausläufen

Der gesundheitliche Nutzen des Pferdes von ausreichendem   Auslauf auf Koppeln und Wiesen ist unbestritten.  Koppeln und Ausläufe sollten jedoch  einen stabilen Bodenaufbau haben, der gut gepflegt ist, damit keine Matschkoppeln entstehen, die sich negativ auf den Bodenhaushalt auswirken.


7. Ein umweltfreundliches Energie- und Wasserkonzept ausarbeiten  

Pferdebetriebe haben einen hohen Verbrauch an Energie ( Strom, Heizung). Der Einsatz von LED Lampen, Helligkeitssteuerungen und gute Gebäudeisolierung in beheizten Räumen, können  erheblich zu  Energieeinsparungen beitragen.   Das Anbringen von Solarplatten auf geeigneten Dächern tun ein übriges.  All das trägt zu einer Verbesserung der CO2 Bilanz bei. Der positive Nebeneffekt macht sich natürlich auch durch den Blick in das Portemonnaie bemerkbar.

Quelle: (Vgl.: "Grüne Pferdehaltung", Pferdefachmagazin St.Georg 01/2020)


8. Zäune

Wer Holzzäune verwendet, sollte auf das FSC- Siegel achten. Das Siegel besagt, dass das ausgezeichnete Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Darüber hinaus sind heimische Hölzer vorzuziehen um lange Transportwege zu vermeiden. Vor allem: Um Tropenholz einen großen Bogen machen! Es wird häufig  illegal abgeholzt und zerstört den Regenwald!

Geeignetes Zaunholz ist zum Beispiel Kastanien-, Lärchen, -Eichen-, oder Kiefernholz. Bei Robinholz beachte man, dass die Rinde für Pferde giftig ist. Also nur geschält verwenden!

Wer Kunststoffzäune vorzieht, sollte genau hinschauen. Natürlich ist Kunststoff langlebiger als Holz, jedoch in keinster Weise umweltfreundlich. Wer dennoch absolut nicht auf Kunststoff verzichten möchte, sollte sich genau erkundigen. Denn mittlerweile gibt es Kunststoffe, die aus recyceltem Material hergestellt werden. Dies kann ein Kompromiss darstellen. Pfosten aus recycelten Kunststoff findet ihr hier.


9. Hecken rund um die Weide

Hecken sind eine tolle Begrenzung, da sie neben ihrer Funktion als Umrandung, Lebensraum für viele Vögel, Insekten und Amphibien bietet.  Besonders geeignet hierfür sind z.B. Hainbuchen, Feuer- oder Weißdorn, Schlehen oder Holunder. Vor dem dritten Jahr schneidet man eine solch neu angelegte Hecke erstmal nicht.

Beschnitten werden sollte anschließend in den Monaten März oder Oktober. Das hat mit der Brutsaison der Vögel zu tun, da diese in den warmen Monaten in Hecken und Büschen nisten und nicht gestört werden sollten.

Quelle (Vgl.: "Von neuen Wegen und Rückbesinnung", Alexandra Koch im: Reitsport Magazin, 04/2020)


10. Hackschnitzel und Sägemehl als Zuschlagstoff, anstatt Teppichschnipsel oder Fleece???

Die liebe Mareike hat uns die Geschichte von den Schwierigkeiten ihres Reitplatzes erzählt. Und gute Lösungen gefunden, wie wir finden. Viele von uns kennen das Problem. Nach ein paar ungemütlichen Regentagen freut man sich endlich wieder auf ein paar Trainingseinheiten in Freien. Doch dann das: Der Reitplatz ist matschig, schwer begehbar oder Stellenweise mit Wasser vollgelaufen. So auch bei Mareike. Durch die Nutzung des Erdbelages sackte der Boden nach einer Zeitin einer Ecke ab. Wasser sammelte sich,  die eine Hälfte es Platzes wurde unnutzbar. Doch auch die andere Erde war matschig und rutschig. Erdböden haben aber bekanntlich auch den Nachteil, dass sie bei Trockenheit stauben. Also machte Mareike sich Gedanken und mit Unterstützung ging sie folgendermaßen vor:

- Die Erde wurde geebnet, die abgesackte Ecke ausgeglichen.

- Aus selbstgemachten Hackschnitzeln wurde ein Belag ausgestreut. (Bitte nur Hackschnitzel aus Grünabfällen machen, die ungiftig für Pferde sind!)

- Als dies nicht ausreichte, mischten sie Sägespäne und Sägemehl unter und vermischten alles locker mit etwas Erdboden.

Zunächst staubte es, aber nach ein paar Regenfällen entwickelte sich der Boden ideal. Mareike ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden, denn der Boden lässt sich nahezu bei jedem Wetter nutzen. Bei Regen sickert das Wasser durch, oder wird aufgesogen.

                                Foto: Mareike S.

Zum Schluss noch ein extra Tipp: Das Sägemehl und die Späne bezieht sie aus einem Sägewerk, welches das Material sonst als Müll entsorgt. Gerne nutzt sie es auch als Einstreu. Habt ihr ein Sägewerk in der Nähe? Nachfragen lohnt sich anscheinend.

Danke Mareike für die tollen Tipps!


Umgang und Pflege eines Holzschnitzel-Reitplatzes

Hier noch wertvolle Hinweise von Lisa, die vom ihrem  Umgang und der Pflege ihres Holzschnitzel Reitplatzes berichtet. Bauen lassen hat Lisa ihren Reitplatz von einer Firma, inklusive der Holzumrahmung. Da die Holzschnitzel mit den Jahren verrotten, ist die Entsorgung relativ einfach. Ausgetauscht werden müssen diese aber nur alle 6-8 Jahre. Gewässert hat Lisa den Platz nur einmal, als er neu war. Das normale Regenwasser reichtdort aus, um den Platz frisch zu halten. Somit ist die Anlage wassersparend. Nach der Benutzung rät sie, den Platz mit einer Baustahlmatte abzuziehen, damit sich keine Löcher oder Mulden bilden. Am besten sei es, nicht auf der Stelle zu longieren, sondern den Longier-Platz zu wechseln. Diese gleichmäßige Nutzung sei besser für den Boden, schreibt sie.

                                Foto: Lisa Nückel

Zum Schluss noch ein extra Tipp: Da teilweise Holzstückchen unter den Hufen hängen bleiben, hat Lisa immer einen Hufkratzer direkt am Platz. So kann man die eingetretenen Stückchen sammeln und wieder auf den Platz kippen.

Danke Lisa für die tollen Tipps!