Macht mit! Setzen wir gemeinsam ein Zeichen im Pferdesport!
 


Auch im Bereich Stallbau und Pferdehaltung können wir einiges tun, um nachhaltiger zu agieren. Dazu habe wir für euch recherchiert.


Auch im Bereich Stallbaus und Pferdehaltung können wir einiges tun, um nachhaltiger zu agieren. Deswegen haben wir für euch an verschiedensten Stellen recherchiert und das ganze möglichst Kompakt für euch zusammengestellt. Das ganze haben wir in verschiedene Bereiche gegliedert.

Doch wie genau kann ich eine möglichst ökologische Reitanlage planen? Hier haben wir einige Möglichkeiten zusammen getragen:


1. Umnutzen oder Renovieren statt neu bauen
Zunächst einmal sollten Bestehende Gebäude umgenutzt werden. Denn schon verwendete Ressourcen einen neuen Zweck zu geben ist das nachhaltigste. Deshalb heißt es erhalten und erneuern. Einzelheiten hierzu findet ihr im Bereich „Gebäudesanierung und Gebäudetechnik“.


2. Versiegelt möglichst wenig Flächen
Für Ställe und die Pferdehaltung ist Infrastruktur und somit Flächenversiegelung notwendig. Erschließungswege, Parkplätze, Stallgebäude, Reithallen, Reitplätze, Verbindungswege und der Obligatorische Misthaufen. Allerdings sollte man in Hinblick auf die Nachhaltigkeit und die zunehmenden Starkwetterereignisse möglichst wenig Fläche versiegeln.
Denn auf jedem Quadratmeter versiegelter Fläche können bei Starkregenereignissen mehr als 25 Liter Wasser anfallen – in einer Stunde. Bei einer Reithalle 20x40 inkl. Überstände etc. sind das um die 30.000 Liter, in einer Stunde. Diese können nicht versickern und müssen, falls vorhanden, einer Kanalisation, zugeführt werden. Dass die Kanalisation für solche Ereignisse aber meistens nicht ausgelegt ist, ist bekannt.

Daher sollte stets auf möglichst wenig Versiegelung gesetzt werden. Parkplätze und Zuwege und ähnliche Baulichen Anlagen können zum Beispiel mit Versickerungsfähigen Pflastersteinen ausgeführt werden. Falls dies  an einigen Stellen nicht möglich ist, odebestehende Wege genutzt werden, können hier oder andere Technische Lösungen Abhilfe schaffen.

Zum Beispiel kann Anfallendes Regenwasser (u.a. in alten Güllegruben oder Ähnlichen) in Wasserspeichern aufgefangen werden. Hiermit können Reithallen, Reitplätze, Toilettenspülung und ähnliches direkt versorgt werden. Zudem kann man das zwischengelagerte Regenwasser als Trinkwasser aufbereiten und vielfältig Nutzen.

Wenn diese Speicher allerdings voll sind, kann das Wasser in sogenannte Regenwassersickerbecken geleitet werden. Dies kann entweder durch Rohre oder in Form von Gräben (besser für die Biodiversität) geschehen. Ein solches Sickerbecken kann zum Beispiel sehr leicht auf einer tiefer gelegenen Koppel realisiert werden. Hierfür wird eine Senke mit entsprechendem Fassungsvermögen auf der Koppel hergestellt. In Trockenzeiten können Pferde dort weiterhin Weiden. Nach Größeren Regenereignissen ist dann ein Teil der Koppel als See ausgebildet und kann von den Pferden mitgenutzt werden. Hierbei ist allerdings auf einen Flachen Einstieg zu achten. Durch diese Maßnahme wird zudem die Biodiversität auf Koppeln gefördert.


3. In die Höhe bauen lautet die Devise
Wenn allerdings keine Umnutzung möglich ist sollte bei einem Neubau vor allem darauf geachtet werden, dass möglichst viel in die Höhe Gebaut wird. Denn die Grundfläche ist bereits versiegelt. Durch entsprechende Konstruktionen kann zum Beispiel über Pferdeboxen ein Heu- oder Strohlager realisiert werden. Über dem Heu- / Strohlager kann wiederum ein Lager für Hafer entstehen.

Zudem können über Reitställen auch Wohnräume geschaffen werden. Ob eine einfache   Reiterstube, Vereinsräumlichkeiten für Mitgliederversammlungen oder eine kleine Küche. Darüber hinaus können natürlich auch Gästezimmer oder Mietwohnungen geschaffen werden. Das alles kann zum einen Helfen mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, zudem können damit einnahmen generiert werden, die einen Neubau schneller refinanzieren.

Außerdem können in den höher Gelegenen Etagen Lager entstehen, für Leichte
Gegenstände die nicht ständig gebraucht werden. So kann man zum Beispiel ein Lager für Winterdecken oder Schabracken errichten. Oder es können dort Bestecke oder ähnliches gelagert werden, die nur für das eigene Reitturnier des Vereins gebraucht werden.

In Reithallen können zum Beispiel über dem Eingangsbereich auch weitere Etagen
geschaffen werden. Mit einfachen Holzkonstruktionen ist dies meist sogar in Eigenleistung möglich. Wenn Reithallen über Tribünen oder Abstellflächen verfügen, können diese auch in mehreren Etagen genutzt werden.


4. Nachhaltige Baustoffe verwenden
Ausschließlich Nachhaltige und Kreislaufgerechte Baustoffe zu verwenden ist das wichtigste beim neu bauen. Das sehen auch verschiedene Fachlich sehr geschulte Personen aus dem Bauwesen so. Deshalb haben diese Personen „architects for future“ gegründet. Auf deren Homepage findet man auch deren Forderungen zum nachhaltigen Bauen.

Bei Neubauten, sowie bei der Sanierung ist es sehr wichtig auf nachhaltige Baustoffe zu setzten. Diese müssen zudem Kreislaufgerecht wiedernutzbar sein. Hierbei bietet sich Holz sehr gut an. Allerdings ist darauf zu achten, dass Holzverbundstoffe wie zum Beispiel Laminat nicht Kreislaufgerecht ist. Denn hier werden verschiedene Stoffe zu einem zusammengeklebt. Diesen wiederum in seine Ausgangstoffe zu zerteilen ist nicht möglich.

Holz in seiner Natürlichen Form – fachmännisch bearbeitet – ist ein hervorragender
Werkstoff. Er kann für die Gründung von Gebäuden verwendet werden, Böden, Wände und Dächer können damit errichtet werden. Zudem können Holzfachwerkträger oder Holzleimbindträger ohne Probleme Weiten von 30 Metern überspannen, die für die meisten Reithallen ausreichend sind. Selbst verschiedene Dämmungen können aus Holz(fasern) hergestellt werden.

Ein weiterer Interessanter, klimapositiver Werkstoff ist Stroh. Stroh kann in Hochverdichtete Ballen gepresst werden, deutlich stärker Verdichtet als wir es aus dem Stall kennen. Anschließend kann Stroh entweder als Dämmmaterial zwischen der tragenden Holzkonstruktion verwendet werden. Oder die verdichteten Ballen können, bei kleineren Gebäuden, die Dämmende und Tragende Funktion übernehmen. Somit sind reine Strohhäuser möglich.

Ein großer Vorteil von Holz, Stroh, Nutzhanf, Lehm oder Ähnlichen Baustoffen ist das Sie Klimapositiv sind. Das heißt sie Produzieren kein CO2 bei der Herstellung. Im Gegenteil, sie speichern Kohlenstoff, der beim Verfall des Holzes in Verbindung mit dem umgebenden Sauerstoff zu CO2 wird. Zu Beginn der Wachstumsphase des Holzes wurde genau dieses CO2 der Atmosphäre entzogen. Mit jedem Stück Holz das wir verbauen speichern wir also langfristig Kohlenstoff. Und zwar eine Tonnen Kohlenstoff pro einem Kubikmeter Holz.

Wenn keine Klimapositiven Materialien für die entsprechende Verwendung sinnvoll sind, dann sollte darauf geachtet werden das die Baustoffe aus Urbanen Minen kommen. Zum Beispiel wenn Fundamente aus Beton gegossen werden müssen, sollte man darauf achten das Zement und Kies aus naheliegenden Werken und abbaugebieten stammen. Denn kurze Strecken reduzieren die CO2 Emissionen bei den Transportwegen.

Dennoch sollte bedacht werden, dass bei der Herstellung von Stahl, Aluminium, Zement und Gips sehr viel CO2 ausgestoßen werden. Dazu kommen noch die Transportwege. Daher solltet ihr 3-mal darüber nachdenken, bevor ihr diese Materialien verwendet. Denn wäre alleine die Zementindustrie ein Staat, wäre sie der drittgrößte CO2 Produzent.


5. Gebäudetechnik Nachhaltig einsetzen
Sowohl bei Neubauten, als auch bei Bestandsgebäuden ist Gebäudetechnik verbaut. Hierzu zählen zum Beispiel Stromleitungen, Wasserleitungen und Heizungsanlagen. Diese sinnvoll und ressourcenschonend zu nutzen ist sehr wichtig. Hierzu findet ihr mehr im Abschnitt „Gebäudesanierung und Gebäudetechnik“.


6. Begrünung von Dächern
Die Begrünung von Dächern trägt maßgeblich zur Erhaltung und Verbesserung der
Biodiversität bei. Zudem ist sie ein kleiner Ausgleich für die Flächenversiegelung, die mit der Errichtung von Gebäuden einhergeht. Außerdem wird durch Begrünung das schlagartig anfallende Regenwasser reduziert. Und als Bonus wird das Raumklima im darunterliegenden Gebäudeteil deutlich angenehmer.

Grundsätzlich sollten alle Dachflächen Begrünt werden, die nicht andersweitig genutzt werden. Zum Beispiel durch Photovoltaik oder Solarthermie. Denn bei der Begrünung von Dächern spielt die Ausrichtung und die Sonneneinstrahlung keine Rolle. Zudem können die häufigsten Dachformen begrünt werden. Zum Beispiel Flachdächer und flach geneigte Dächer. Je steiler das Dach, desto aufwändiger wird allerdings die Begrünung.


Bei den Begrünungsformen unterscheidet man Grundsätzlich in zwei verschiedene Arten. Die extensive Begrünung bezeichnet hierbei die Bepflanzung mit Moosen, Gräsern und sonstigen Pflanzen die sich selbst erhalten. Die Intensive Begrünung kann einen zweiten Garten darstellen. Mit Sträuchern, Stauden, und sogar Bäume können dort wachsen. Allerdings müssen die Konstruktionen dementsprechend für sehr hohe Lasten ausgelegt sein. Zudem ist eine intensive Pflege der Begrünung notwendig.

Bei einigen Dachkonstruktionen können extensive Begrünungsformen mit wenig Aufwand auch nachträglich angelegt werden. Zum Beispiel können auf Flachdächern mit Kieselsteinbeschwerung verschiedene Arten der „Sedum“ Pflanzen eingebracht werden. Weitere hilfreiche Informationen zur nachträglichen Dachbegrünung findet ihr bei Baunetz_Wissen.


7. Reitböden in den natürlichen Kreislauf einfügen

Reitböden genießen bei Umweltschützern keinen guten Ruf. Gerade die in der Tretschicht vorhandene Zuschlagstoffe aus Vliesflocken, Fasern, Gelen und Wachsen aber auch Tretbeläge aus Teppichschnitzelnsind umweltbelastend. Beim Kauf des neuen Bodens sollte man daher vorher überprüfen, wie dieser zu entsorgen ist. Jedoch ist es heute möglich, die Zuschlagstoffe durch Siebanlagen wieder in die einzelnen Bestandteile zu trennen. Auf diese Weise können Flocken zur thermischen Verwertung wieder zugeführt und der Sand wieder in den Landschaftsbau fließen oder zum Neubau von Reitplätzen verwendet werden.

Außenplätze sollten auf alle Fälle so feucht gehalten werden, dass Staub und die Zuschlagstoffe nichtdurch den Wind davongetragen und verbreitet werden. Windschutznetze (ca. 1m hoch), kleine bepflanzte Wälle oder Hecken können eine ungewollte Verbreitung von Fasern und Flocken verhindern. Eine bessere Alternative wäre allerdings ein Boden aus Sand und organischen Stoffen, wie Bambusfasern, Holz oder Baumwolle.

Bei der Bewässerung von Reitböden ist auch auf eine Kreislaufnutzung zu achten. Die kann dadurch hergestellt werden, dass ein Drainagesystem unterhalb des Reitbodens eingebracht wird. Dies führt dazu, dass das überflüssige Wasser wiederverwendet werden kann. Zudem werden Reitböden nach Starken Regenereignissen schneller wieder nutzbar. Überflüssiges Wasser kann dann in Auffangbecken gelagert werden bis es zur nächsten Nutzung verwendet wird.


8. Futter und Betriebsmittel nachhaltig kaufen

Unsere heimische Landwirtschaft produziert alle Betriebsmittel, die man für einen
Pferdebetrieb braucht. Daher kann man sich oft lange Transportwege aus fernen Ländern sparen. Denn kurze Transportwege reduzieren den CO2 Ausstoß. Zudem unterstützt dies die heimischen Landwirte die sich oftmals deutlich mehr für den Umweltschutz engagieren als es Landwirte aus anderen Ländern machen.

Auch auf abgepackte Ware in Silofolien oder Plastiksäcken kann verzichtet werden, wenn man die entsprechenden Lagermöglichkeiten hat, und lose Ware kaufen kann. Sollte man dennoch nicht auf Sackware verzichten können, bieten viele Hersteller mittlerweile schon Futter in Papiersäcken oder in 100% recyceltem Verpackungsmaterial an. Sammelbestellungen bei Möhren in Big-Bags anstatt Einzelverpackungen sind auch bei einigen Futterhändlern möglich.


9. Anlegen von Koppeln und Ausläufen

Der gesundheitliche Nutzen des Pferdes von ausreichendem Auslauf auf Koppeln und Wiesen ist unbestritten.  Koppeln und Ausläufe sollten jedoch einen stabilen Bodenaufbau haben, der gut gepflegt ist, damit keine Matschkoppeln entstehen, die sich negativ auf den Bodenhaushalt auswirken.

Wenn Koppeln in Feuchtgebieten oder ähnlichem sind, können kleine Entwässerungsgräben verhindern dass sie zu Matschgebieten werden. Diese Gräben können dann der Natur überlassen werden und dienen zur Verbesserung der Biodiversität. Die Entwässerungsgräben können zusammen mit den oben Beschriebenen Sickerflächen und einer Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern zu einer optimalen Biodiversität auf Koppeln beitragen.

Generell sollten auf Koppeln zudem Bäume gepflanzt werden. Sie tragen dazu bei, dass Pferde auch in Hitzesommern genügend Schatten haben. Außerdem halten sie den Wasserhaushalt des Bodens ausgeglichen. Des Weiteren verbessern Bäume die
Biodiversität auf Koppeln und erzeugen somit ein besseres Mikroklima.


Nicht nur Bäume sollten gepflanzt werden, sondern auch Hecken. Hecken sind eine tolle Begrenzung, da sie neben ihrer Funktion als Umrandung, Lebensraum für viele Vögel, Insekten und Amphibien bietet.  Besonders geeignet hierfür sind z.B. Hainbuchen, Feuer- oder Weißdorn, Schlehen oder Holunder. Vor dem dritten Jahr schneidet man eine solch neu angelegte Hecke erstmal nicht.

Beschnitten werden sollte anschließend in den Monaten März oder Oktober. Das hat mit der Brutsaison der Vögel zu tun, da diese in den warmen Monaten in Hecken und Büschen nisten und nicht gestört werden sollten.
Noch mehr Informationen und Tipps gibt es im Abschnitt „Nachhaltiges Weidemanagement“.


10. Ein umweltfreundliches Energie- und Wasserkonzept ausarbeiten  

Pferdebetriebe haben einen hohen Verbrauch an Energie ( Strom, Heizung). Der Einsatz von LED Lampen, Helligkeitssteuerungen und gute Gebäudeisolierung in beheizten Räumen, können  erheblich zu  Energieeinsparungen beitragen.   Das Anbringen von Solarplatten auf geeigneten Dächern tun ein übriges.  All das trägt zu einer Verbesserung der CO2 Bilanz bei. Der positive Nebeneffekt macht sich natürlich auch durch den Blick in das Portemonnaie bemerkbar.


11. Zäune

Wer Holzzäune verwendet, sollte auf das FSC- Siegel achten. Das Siegel besagt, dass das ausgezeichnete Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Darüber hinaus sind heimische Hölzer vorzuziehen um lange Transportwege zu vermeiden. Vor allem: Um Tropenholz einen großen Bogen machen! Es wird häufig  illegal abgeholzt und zerstört den Regenwald!

Geeignetes Zaunholz ist zum Beispiel Kastanien-, Lärchen, -Eichen-, oder Kiefernholz. Bei Robinholz beachte man, dass die Rinde für Pferde giftig ist. Also nur geschält verwenden!

Wer Kunststoffzäune vorzieht, sollte genau hinschauen. Natürlich ist Kunststoff langlebiger als Holz, jedoch in keinster Weise umweltfreundlich. Wer dennoch absolut nicht auf Kunststoff verzichten möchte, sollte sich genau erkundigen. Denn mittlerweile gibt es Kunststoffe, die aus recyceltem Material hergestellt werden. Dies kann ein Kompromiss darstellen. Pfosten aus recycelten Kunststoff findet ihr hier.



12. Hackschnitzel und Sägemehl als Zuschlagstoff, anstatt Teppichschnipsel oder Fleece???

Die liebe Mareike hat uns die Geschichte von den Schwierigkeiten ihres Reitplatzes erzählt. Und gute Lösungen gefunden, wie wir finden. Viele von uns kennen das Problem. Nach ein paar ungemütlichen Regentagen freut man sich endlich wieder auf ein paar Trainingseinheiten in Freien. Doch dann das: Der Reitplatz ist matschig, schwer begehbar oder Stellenweise mit Wasser vollgelaufen. So auch bei Mareike. Durch die Nutzung des Erdbelages sackte der Boden nach einer Zeitin einer Ecke ab. Wasser sammelte sich,  die eine Hälfte es Platzes wurde unnutzbar. Doch auch die andere Erde war matschig und rutschig. Erdböden haben aber bekanntlich auch den Nachteil, dass sie bei Trockenheit stauben. Also machte Mareike sich Gedanken und mit Unterstützung ging sie folgendermaßen vor:

- Die Erde wurde geebnet, die abgesackte Ecke ausgeglichen.

- Aus selbstgemachten Hackschnitzeln wurde ein Belag ausgestreut. (Bitte nur Hackschnitzel aus Grünabfällen machen, die ungiftig für Pferde sind!)

- Als dies nicht ausreichte, mischten sie Sägespäne und Sägemehl unter und vermischten alles locker mit etwas Erdboden.

Zunächst staubte es, aber nach ein paar Regenfällen entwickelte sich der Boden ideal. Mareike ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden, denn der Boden lässt sich nahezu bei jedem Wetter nutzen. Bei Regen sickert das Wasser durch, oder wird aufgesogen.

                                Foto: Mareike S.

Zum Schluss noch ein extra Tipp: Das Sägemehl und die Späne bezieht sie aus einem Sägewerk, welches das Material sonst als Müll entsorgt. Gerne nutzt sie es auch als Einstreu. Habt ihr ein Sägewerk in der Nähe? Nachfragen lohnt sich anscheinend.

Danke Mareike für die tollen Tipps!


13. Umgang und Pflege eines Holzschnitzel-Reitplatzes

Hier noch wertvolle Hinweise von Lisa, die vom ihrem  Umgang und der Pflege ihres Holzschnitzel Reitplatzes berichtet. Bauen lassen hat Lisa ihren Reitplatz von einer Firma, inklusive der Holzumrahmung. Da die Holzschnitzel mit den Jahren verrotten, ist die Entsorgung relativ einfach. Ausgetauscht werden müssen diese aber nur alle 6-8 Jahre. Gewässert hat Lisa den Platz nur einmal, als er neu war. Das normale Regenwasser reichtdort aus, um den Platz frisch zu halten. Somit ist die Anlage wassersparend. Nach der Benutzung rät sie, den Platz mit einer Baustahlmatte abzuziehen, damit sich keine Löcher oder Mulden bilden. Am besten sei es, nicht auf der Stelle zu longieren, sondern den Longier-Platz zu wechseln. Diese gleichmäßige Nutzung sei besser für den Boden, schreibt sie.

                                Foto: Lisa Nückel

Zum Schluss noch ein extra Tipp: Da teilweise Holzstückchen unter den Hufen hängen bleiben, hat Lisa immer einen Hufkratzer direkt am Platz. So kann man die eingetretenen Stückchen sammeln und wieder auf den Platz kippen.

Danke Lisa für die tollen Tipps!



14. Laubbläser auf der Reitanlage, um Haus und Hof - eine gute Entscheidung?

So schön der Herbst  auch ist - das Erfreuen an der bunten Blätterpracht der Herbstbäume ist nur von geringer Dauer. Schon bald liegen abgestorbene Blätter auf Weiden, Reitplätzen, Gehwegen, Hofeinfahrten...Auf Weiden ist das Laub kein Problem. Doch durch das zunehmend feuchte und nasse Wetter, kann das Laub auf Wegen schon mal zum Problem werden.  Mensch und Tier können ausrutschen, die Unfallgefahr steigt.  Da liegt es nahe, zum Laubbläser oder - sauger zu greifen. Doch ist das wirklich eine gute Wahl? Für uns ein Grund, das Ganze mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.


1. Wie funktionieren Laubbläser- und sauger?

Ein Laubbläser bläst, wie das Wort schon sagt, das Laub vor sich her. Mithilfe dieser Technik lässt sich das Laub relativ zügig auf einen Haufen transportieren. Dieser muss dann allerdings noch mit Rechen und Schaufel abtransportiert werden.Ein Laubsauger saugt das Laub ein und zerkleinert es dabei direkt. Den Auffangsackmuss man schließlich nur noch ausleeren.


2. Sind diese Gerätschaften umweltverträglich?

Leider nein! Unser Fazit fällt da eindeutig aus. Der einzige Pluspunkt liegt hier tatsächlich, wie von Herstellern angepriesen, bei der Arbeitserleichterung. Die Nachteile überwiegen jedoch haushoch. Unsere Rechercheist auf eine Reihe an "Umweltsünden" gestoßen, die durch Laubsauger und -bläser verursacht werden. Diese haben wir für euch zusammengetragen:


  • Lärmbelastung 

Tatsächlich ist der Lärmpegel eines Laubbläsers mit dem eines Presslufthammers vergleichbar. Wir sprechen hier von einem Schallpegel von 100 Dezibel. Laubsauger und Laubbläser werden von der Bundesemissionsschutzverordnung in die LärmstufeII eingeordnet. Dies zeigt, dass diese Geräte möglicherweise in der Lage sind, mittel-und langfristige Hörschäden zu verursachen. Den Anwendern wird zwar empfohlen in jedem Fall einen Hörschutz zu tragen, jedoch bleiben Nachbarn, Passanten oder auch Tiere der Lärmbelästigung jedoch schutzlos ausgeliefert. Das kann nicht nur das eigene Gehör belasten, sondern auch Nachbarn und Anwohnern in den Wahnsinn treiben. Und wer weiß wen noch - Pferde können sich ja leider nicht beschweren.


  • Abgasausstoß

Häufig werden Laubsauger und -bläser von einem Verbrennungsmotor angetrieben. Dabei stoßen sie allerhand gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Zweitaktmotoren, die besonders in älteren Modellen zu finden sind,  bekommen in puncto Umweltverträglichkeit ein besonders schlechtes Zeugnis. Schon  im Jahr 2002 wurde eine entsprechende Berechnung des Umweltbundesamtes (UBA) veröffentlicht. Diese besagt, dass  ein Laubbläser mit Zweitaktaktmotor in einer Stunde 270 Gramm unverbrannte Kohlenwasserstoffe ausstößt. Das würde der 200-fachen Menge eines PKW mit geregeltem Katalysator entsprechen. Neuere Modelle versuchen hier nachzurüsten. Der  Schadstoffausstoß ist hier mit 60 Gramm deutlich geringer, aber dennoch hoch. Nach Angaben des UBA werden nicht nur Kohlenwasserstoffe ausgeschieden, sondern auch Stickoxyde.  Diese tragen zur Bildung von bodennahem Ozon bei.


  • Negative Folgen für Bodenbiologie 

Auch die Bodenbiologie wird durch Laubsauger gravierend beeinträchtigt. Es werdennicht nur Pflanzensamen zerstört, es geht auch Kleinstlebewesen und Insekten an den Kragen. Diese werden beim Laubsaugevorgang mit den Blättern eingesaugt undzerhäckselt. Viele nützliche Kleinstlebewesen finden hier ein Ende.Doch ein weiterer Nachteil ergibt sich durch den Vorgang. Dadurch, dass Blätter und Äste nicht mehr am Boden verrotten, werden  am Boden lebenden Kleintiere, wie Spinnen, Insekten und Würmern, ihrer Schutzschicht und Nahrungsquelle beraubt.


3. Unsere Tipps

Zunächst einmal prüfen: Muss das Laub an allen Stellen wirklich entfernt werden? Oder konzentriere ich mich nur auf Gefahrenstellen und lass die Nachbarn doch die Nase rümpfen. Auch eine Form der Arbeitserleichterung, die ganz ohne Lärm und Emissionen auskommt. Denn tatsächlich rät der Naturschutzbund (NABU)  dazu, dasLaub, womöglich. liegen zu lassen.


Und da wo es nicht anders geht? Da verzichtet man besser auf unökologische Laubsauger- oder bläser und greift klassisch zur Rechen, Harke und Schaufel.


Einen weiteren Tipp hat der NABU auch hier parat. Das Anhäufen von Laubhaufen, die man im Garten, auf Weiden oder an Randstreifen des Hofes aufschichtet, bieten Lebensraum nicht nur für Kleinsttiere wie Glühwürmchen, Marienkäfer oder Schmetterlingslarven, sondern Igel sind ebenfalls dankbar für ein solches Winterquartier.

Ebenso kann man das Laub auf Beete und Gehölze verteilen. Durch das Zersetzen entsteht schließlich eine Humusschicht und neue Nährstoffe für den Boden.1