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Lammfell – natürlich oder künstlich?

Lammfell ist schön kuschelig und beliebt bei Mensch und Pferd. Viele Hersteller
von Reitsportartikeln nutzen von daher das flauschige Material. Häufig kommt
es zum Einsatz, um empfindliche Stellen am Pferdekörper vor Scheuer- oder
Druckstellen zu schützen. Es findet zum Beispiel Verwendung in Gamaschen,
am Nasenriemen der Trense, oder auch als Bestandteil vom Sattelkissen.
Dabei verliert man bezüglich der Herstellung und Qualität schnell den
Überblick. Da Lammfelle mittlerweile auch aus Kunstfaser hergestellt werden,
stellt sich für uns als Nachhaltigkeitsplattform natürlich die Frage, welche der
beiden Fellvarianten in punkto Qualität, Nutzen und ökologischen Aspekten die
Nase vorn hat. Wir haben für euch recherchiert.

Herstellung/ Ökologischer Aspekt
Lammfellhersteller aus der Region werben mit natürlichen und schonenden
Verfahren für Umwelt und Tier. Das Argument: Lamm- und Schaffelle fallen als
Nebenprodukt bei der Fleischproduktion an, so dass im Sinne der
Nachhaltigkeit das ganze Tier verwertet wird. Auch bei der Herstellung würde
auf schonende Verfahren geachtet.
Einige Tierschutzorganisationen (z.B. Peta) schlagen jedoch Alarm und
argumentieren, dass Tiere eigens zur Herstellung von Fellen getötet würden.
Sicherlich gibt es wie in allen Branchen „schwarze Schafe“. Besonders von
Fellen aus dem Ausland, bei denen man die Produktions- und
Herstellungsbedingungen nicht nachvollziehen kann, raten wir demnach ab.
Seriöse Fellhersteller aus Deutschland weisen das Argument, dass Tiere rein zur
Produktion von Fellen gehalten würden, vehement von sich. Neben dem
ethischen Aspekt sei dies zudem gänzlich unökonomisch, da andere
Bestandteile des Schafes bei dessen Verwertung wesentlich gewinnbringender
seien.
Kunstfelle dagegen werden, wie der Name schon sagt, aus Kunstfasern
hergestellt – oder einfacher gesagt: aus Plastik.
Die Herstellung von Kunstfellen ist somit umwelttechnisch höchst
problematisch. Kunstfell besteht meist aus synthetischen Polymerfasern wie
Acryl, Modeacryl und Polyester, die nicht biologisch abbaubar sind. Die
Internetseite des Deutschen Pelzinstitutes schreibt dazu: „Kunstpelz ist eine
andere Form von Plastik und wird unter anderem aus Nylon und Polyester auf
der Basis von nur endlich verfügbaren fossilen Brennstoffen hergestellt. Diese
vollsynthetischen Fasern sind in beträchtlichem Maße für die Emission von
Mikrofasern verantwortlich“.
Auf die CO2 Emissionen wirkt sich, im Vergleich zu vielen anderen Materialien,
vor allem negativ aus, dass Verarbeitungs- und Produktionsprozesse sehr
energieintensiv sind Da Plastik nicht kompostierbar ist, belasten diese
Kunstfasern die Umwelt langfristig.
Zur Eigenschaften des biologischen Abbaus im Vergleich Kunstfell-Echtfell hat
die Gesellschaft OWS (Organic Waste Systems) eine Studie durchgeführt.
Das Experiment hat untersucht, wie sich natürliches Fell bzw. Kunststofffell
unter Bedingungen zersetzt, die Deponiebedingungen simulieren, den
sogenannten anaeroben biologischen Abbau.
Dies ist ein Zersetzungsprozess von organischem Material, der ohne Sauerstoff
stattfindet. Die Studie dauerte 30 Tage, was unter normalen Bedingungen
zwischen 4 und 40 Jahren entspricht.
Es stellte sich heraus, dass das Plastikfell völlig unverändert war, während das
natürliche Fell es schaffte, sich selbst abzubauen, unabhängig davon, ob das
Fell natürlich oder mit Farbe behandelt war.
Das Einzige, das mit dem chemisch hergestellten Fell passierte, war, dass es
den Farbton ein wenig veränderte.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Naturfell ist selbstzerstörerisch, während
Kunststoffpelz, wie Flaschenverpackungen und andere Abfälle, die dazu neigen,
die Umwelt zu schädigen, nicht biologisch abbaubar ist.
Tatsächlich ergab die Studie, dass echtes Fell genauso biologisch abbaubar ist
wie etwas so Natürliches wie Eiche und Weidenblätter.
Wen die Studienergebnisse im Einzelnen interessieren, kann sich diese hier
anschauen:

Komfort/Eigenschaften
Ein wichtiger Aspekt bei der Verwendung ist der Komfort für Mensch und Tier.
Natürliches Lammfell gleicht die Temperatur aus. Es ist atmungsaktiv, leitet
Feuchtigkeit und Hitze ab. Schweiß wird schneller an die Luft abgegeben als es
bei Synthetik der Fall ist. Es ist sehr strapazierfähiger und sehr langlebig.
Kunstfelle können unangenehm warm werden. Dieses Phänomen kennt jeder,
der in einem Shirt aus Plastikfaser mal versucht hat Sport zu machen.
Dieser Effekt kann bei Kunstfell im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass
Hitzestau entsteht. Wir sind sogar auf Schilderungen gestoßen, die von
Scheuerstellen und Verbrennungen am Pferdekörper berichteten. Eben genau
diese Phänomene, die man eigentlich durch den Einsatz von Fellen eigentlich
verhindern möchte. Wir selbst haben sowohl Kunst- als auch Echtlammfellprodukte und mussten feststellen, das gerade bei Gamaschen auf alle Fälle ein deutlicher Temperaturunterschied  war. 

Pflege:
Echtes Lammfell zu waschen ist nur sehr selten nötig. Es besitzt einen
natürlichen Reinigungseffekt, so dass es meistens ausreichend ist, es an der
frischen Luft auszulüften. Aufgenommene Gerüche gibt die Wolle an die Luft
ab, darüber hinaus enthält es das Wollwachs Lanolin. Dieses ist wasser- und
schmutzabweisend.
All diese Eigenschaften besitzt Kunstfell natürlich nicht.
Sollte man das Fell doch einmal waschen wollen, wird empfohlen, echtes wie
auch künstliches Lammfell schonend auf niedriger Temperatur zu waschen. Für
echtes Fell werden spezielle rückfettende Reinigungsmittel angeboren. Nutz
man diese, scheint es beim Pflegeaufwand einer Wäsche keinen großen
Unterschied zu geben.
Unterm Strich ist echtes Fell jedoch pflegeleichter.

Unser Fazit:

Aus ökologischer Sich, wie auch beim Komfort und den Eigenschaften ist das
natürliche Lammfell unschlagbar. Vor allem wenn es wirklich als Abfallrpdukt aus der Fleischindustrie ist. Dennoch weisen wir darauf hin, dass man
sich vor dem Kauf erkundigen sollte, woher die Felle kommen und wie das Herstellungsverfahren abläuft.
Seriöse Lammfellhersteller geben dazu gerne ausführlich auf ihrer Internetseite
Auskunft. Viele kommen aus der Region und führen ihr Unternehmen als
Familienbetriebe. Auf Qualität sollte also unbedingt geachtet werden.
Eure Meinung/ eure Erfahrungen:
Jetzt seid ihr am Zug. Lasst uns an euren Erfahrungen und Meiningen zum
Thema teilhaben.


Quellen:
https://www.focus.de/perspektiven/welt-retten-kolumne/kolumne-in-kleinen-
schritten-die-welt-retten-echtpelz-ist-ein-no-go-aber-die-wahrheit-ueber-
kunstpelz-brachte-mich-zum-nachdenken_id_11418569.html
https://utopia.de/ratgeber/lammfell-waschen-mit-dieser-anleitung-waeschst-
du-es-richtig/
http://reitsportsattlerei-saar.de/
https://www.lammfellhaus.de
Kontakt: Sebastian Schmidt
https://www.dogo-shoes.com/blog/kunstfell-von-echtfell-unterscheiden/
https://www.peta.de/themen/lammfell