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Der ökologische Hufabdruck des Pferdes

Was ist das überhaupt?Ist in den Medien vom ökologischen Fußabdruck der Menschen zu lesen, versteht man darunter folgendes:

Der ökologische Fußabdruck gibt an, wie viele Hektaren Wald, Weideland, Ackerland und Meeresfläche nötig sind, um die verbrauchten Ressourcen zu erneuern und die entstandenen Abfallprodukte zu absorbieren. So wird ein Vergleich der Auswirkungen unseres momentanen Konsums mit den zu Verfügung stehenden Ressourcen der Erde ermöglicht. Das Konsumverhalten der Weltbevölkerung verursacht momentan im Total ein hohes Defizit.  Dies bedeutet, dass die Menschheit momentan zur Kompensation 1.7 Erden benötigen würde. Die Fußabdrücke der westeuropäischen Länder sind meist jedoch überdurchschnittlich hoch.

Der ökologische Fußabdruck kann auf verschiedenen Ebenen berechnet werden.  Zum Beispiel für ausgewählte Aktivitäten, Unternehmen, Gemeinschaften, einzelne Privatpersonen Städte oder Länder. Anders als der CO₂-Fußabdruck berücksichtigt der ökologische Fußabdruck neben dem CO₂-Ausstoß weitere Umwelteinflüsse.

Was aber ist mit den Tieren? Auch die Pferde verursachen Ressourcenverbrauch und haben in vielerlei Hinsicht Einfluss auf die Umwelt. Sie haben gewissermaßen einen eigenen ökologischen Fußabdruck. Entschuldigung – Hufabdruck natürlich.

Laut einer im Jahr 2018 vom Schaffhauser Institut herausgegebenen Studie, gelten Pferde als die Haustiere mit dem größten ökologischen Abdruck. Man will sogar herausgefunden haben, dass die Haltung eines Pferdes sogar schädlicher sei, als der Besitz eines großen Autos und entspreche auf das Jahr gerechnet einer Klimabelastung, die so hoch sei, wie eine 9200 Kilometer lange Autofahrt.  Das entspricht in etwa der Luftlinie von Bern nach Rio de Janeiro. Beim Hund wären es dagegen «nur» rund 2800 Kilometer.

Genau diesen Hufabdruck wollen wir uns heute mal genauer anschauen. Und was genau sind die Faktoren, die zu diesem Abdruck führen?

Schaut man sich die Grafik an erkennt man schnell, dass Futtermittelanbau und Wasserverbrauch den größten Anteil der Faktoren ausmacht. Gefolgt von den Emissionen, die entstehen, wenn Fahrten zu Reiterhöfen und Turnieren auf dem Programm stehen.

Nicht zu vergessen die Kosten für die Unterkunft. Diese beinhaltet die Infrastruktur, den Stromverbrauch sowie das Wasser für die Reinigung und das als Einstreu verwendete Stroh oder ähnliches.

Und jetzt die gute Nachricht 

Plagt uns jetzt das schlechte Gewissen bei jeder Fütterungsaktion? Nein. Denn zum Glück gibt es ja Möglichkeiten, wie man den Faktoren zumindest entgegenwirken kann. 

Aus diesem Grund rückte die ökologische Pferdehaltung ins Zentrum der  Pferdefachtagung 2019. Zu Wort kam dabei auch der verantwortliche
Studienautor Niels Jungbluth, der zusammen mit seinen Kolleg:Innen neben Pferden auch den Umwelteinfluss von Hunden, Katzen, Kaninchen, Ziervögeln und Zierfischen untersuchte. Auf das Pferd bezogen, wurden dort verschiedeneumweltverträgliche Maßnahmen vorgestellt, die wir für euch zusammengetragen haben.


Umweltverträgliche Maßnahmen

Der Fachmann betonte, dass es ein bedeutender Faktor sei, wie vielen Menschen das Tier zugutekomme. «Wird ein Pferd beispielsweise von mehreren Personen geritten, so verteilen sich die Umweltbelastungen entsprechend auf mehrere Schultern», sagte Jungbluth.

Es wurde betont, dass man als Pferdehalter*in einen entscheidenden Einfluss auf die Ökobilanz der Pferde habe.

Georg W. Fink, vom Beratungs- und Gutachtenbüro für Reitanlagen (www.fink-reitanlagen.de) stellte verschiedene konkrete Maßnahmen vor:

  • Flächen sparen durch intelligente Planung 

  • Weniger Flächen versiegeln durch moderne Bauweisen 

  • Ökologische Baustoffe einsetzen und den Rückbau berücksichtigen > Reitplätze umweltfreundlich bauen und pflegen

  • Fassaden und Dächer begrünen

  •  Regenwasser und Grundwasser nutzen statt Trinkwasser zu vergeuden

  •  Pferdemist ökologisch nutzen als Brennstoff, Dünger und zur Humuserzeugung 


  • Solarenergie für Strom nutzen
  • Emissionen verringern durch technische Anlagen 
  • Grünland extensiv bewirtschaften
  • Menschen informieren und für die «Pferde-Umwelt» sensibilisieren und begeistern.“1


Zudem sollte man sich immer wieder hinterfragen, ob die Tiere wirklich immer alles brauchen, was in Internetshops, der Futtermittelindustrie etc. angeboten wird. Weniger ist bekanntlich manchmal mehr.2

Weitere Tipps und Tricks zur Verringerung des ökologischen Hufabdrucks findet ihr auf unserer RFF Webseite und in den sozialen Netzwerken.

Quellen:

1 https://www.tierwelt.ch/news/nutztiere/der-oekologische-hufabdruck

2  https://www.myclimate.org/de/informieren/faq/faq-detail/was-ist-ein-oekologischer-fussabdruck/

https://www.tierwelt.ch/news/nutztiere/der-oekologische-hufabdruck


Ihr möchtet euren eigenen jährlichen ökologischen Fußabdruck (CO2 Außstoß) ermitteln? Dann nutzt gerne den folgenden Rechner.

Klimarechner

Wir fanden die Zahlen auf alle Fälle sehr faszinierend und erschreckend.

Schon mit wenigen Veränderungen im Lebensstil, kann der Fußabdruck maßgeblich gesenkt werden.


"Um eine Tonne CO 2 aufnehmen zu können, muss die Buche etwa 80 Jahre wachsen. Das heißt: Pro Jahr bindet die Buche 12,5 Kilogramm CO 2. Sie müssten also 80 Bäume pflanzen, um jährlich eine Tonne CO 2 durch Bäume wieder zu kompensieren. " Quelle: www.co2online.de


Und wer nun Bäume spenden oder pflanzen möchte findet hier weitere Infos:

Riders For Future start planting

- das Wiederaufforstungsprojekt im Pferdesport