Umgang mit Hitze bei Reitturnieren
Bei hohen Temperaturen ist es besonders wichtig, während eines Turniertages auf das Wohlbefinden des Pferdes zu achten. Gesunde Pferde können trockene Hitze grundsätzlich gut vertragen. Schwieriger wird es vor allem bei hohen Temperaturen in Verbindung mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Dann kann der Schweiß schlechter verdunsten und der Körper kann Wärme weniger effektiv abgeben.
Pferde können sich grundsätzlich an wärmere Temperaturen gewöhnen. Eine solche Gewöhnung sollte jedoch schrittweise erfolgen. Besonders ungünstig kann es sein, wenn ein Pferd zu Hause nur bei kühleren Temperaturen trainiert und dann auf einem Turnier plötzlich bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit eine intensive Leistung erbringen muss. Auch die individuelle Fitness, das Alter und der allgemeine Zustand des Pferdes sollten berücksichtigt werden.
1. Vorbereitung auf das Turnier
Bereits vor der Abfahrt sollte überlegt werden, wie der Turniertag bei hohen Temperaturen möglichst schonend für das Pferd gestaltet werden kann.
- Die Wettervorhersage sollte vor dem Turnier genau kontrolliert werden.
- Dabei sollte nicht nur auf die Temperatur geschaut werden.
- Auch Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Wind beeinflussen die tatsächliche Hitzebelastung.
- Besonders schwüle Tage können für Pferde belastender sein als trockene Hitze.
- Bei der Planung sollte berücksichtigt werden, zu welcher Tageszeit das Pferd starten muss.
- Wenn möglich, sind die kühleren Morgen- oder Abendstunden günstiger als die heißeste Zeit des Tages.
- Das Pferd sollte vor einem Turnier möglichst schrittweise an steigende Temperaturen gewöhnt werden.
- Die körperliche Fitness sollte nicht kurzfristig bei großer Hitze aufgebaut werden. Training und Belastung können bei hohen Temperaturen nach Möglichkeit auf die frühen Morgen- oder späteren Abendstunden gelegt werden.
- Bei sehr heißen Tagen sollte geprüft werden, ob alle geplanten Starts tatsächlich notwendig und für das Pferd sinnvoll sind.
- Die Anzahl und Dauer der Belastungen sollte an die Wetterbedingungen und die individuelle Verfassung des Pferdes angepasst werden.
- Im Anhänger muss für eine gute Luftzirkulation gesorgt werden.
- Fenster und vorhandene Lüftungsmöglichkeiten sollten genutzt werden.
- Die Plane oberhalb der Heckklappe sollte geöffnet bleiben.
- Das Klima im Anhänger sollte während der Fahrt aufmerksam beobachtet werden.
- Die Fahrt sollte möglichst kurz gehalten werden.
- Unnötige Wartezeiten im Anhänger sollten vermieden werden.
- Das Pferd kann bereits während einer längeren Fahrt Flüssigkeit verlieren.
- Dadurch kann es bei der Ankunft schon stärker belastet sein, obwohl die eigentliche Prüfung noch gar nicht begonnen hat.
- Unter Transportgamaschen kann sich Wärme stauen.
- Bei großer Hitze sollte deshalb überlegt werden, welche Ausrüstung während des Transports wirklich notwendig ist.
- Auch sehr engmaschige oder dichte Fliegendecken können die Wärmeabgabe beeinträchtigen.
- Das Pferd sollte nach der Ankunft ausreichend Zeit bekommen, sich zu orientieren, zu trinken und sich von der Fahrt zu erholen.
Nicht nur die Temperatur ist entscheidend
Für die Einschätzung der Hitzebelastung kann auch der sogenannte WBGT-Wert (Wet Bulb Globe Temperature)berücksichtigt werden. Dieser betrachtet die Wärmebelastung umfassender als eine normale Temperaturangabe, weil unter anderem Luftfeuchtigkeit und Strahlungswärme eine Rolle spielen.
Dadurch kann besser eingeschätzt werden, wie belastend die Bedingungen für Pferd und Reiter tatsächlich sind. Bei internationalen Veranstaltungen wird der WBGT-Wert bereits zur Beurteilung von Hitze- und Feuchtigkeitsbedingungen eingesetzt.
Für einen Turnierveranstalter bedeutet das: Nicht allein die Frage „Wie viele Grad sind es?“ sollte entscheidend sein. Auch die Kombination verschiedener Wetterbedingungen muss berücksichtigt werden.
2. Transport zum Turnier
Der Transport kann für ein Pferd bei hohen Temperaturen bereits eine zusätzliche Belastung darstellen. Deshalb sollte das Klima im Anhänger möglichst angenehm gehalten werden.
- 3. Ankunft und Wartezeiten
- Wenn der Veranstalter Boxen zur Verfügung stellt, sollten diese nach Möglichkeit genutzt werden.
- Ein schattiger Parkplatz, beispielsweise unter Bäumen, ist besonders hilfreich.
- Wenn kein Schatten vorhanden ist, sollte das Pferd möglichst nicht stundenlang im Anhänger warten.
- Stattdessen kann es für längere Wartezeiten abgeladen und an einem geeigneten schattigen Platz untergebracht werden.
- Wenn es die Situation erlaubt, kann das Pferd dort geführt oder grasen gelassen werden.
- Während längerer Wartezeiten sollte regelmäßig kontrolliert werden, wie es dem Pferd geht.
- Das Pferd sollte ausreichend trinken können.
- Es sollte möglichst vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.
- Auch die Belüftung der Stallungen beziehungsweise Boxen spielt eine wichtige Rolle.
- Veranstalter können durch Ventilatoren oder andere geeignete Kühlmöglichkeiten zusätzlich für bessere Bedingungen sorgen.
Auf dem Turnier sollte das Pferd möglichst wenig unnötiger Hitze ausgesetzt sein.
- 4. Trinken und Flüssigkeitsversorgung
- Dem Pferd sollte regelmäßig Wasser angeboten werden.
- Wasser sollte nicht unnötig zurückgehalten werden.
- Besonders nach einer Belastung ist es wichtig, dass das Pferd wieder Flüssigkeit aufnehmen kann.
- Manche Pferde trinken fremdes Wasser schlechter als das Wasser von zu Hause.
- In diesem Fall kann es sinnvoll sein, eigenes Wasser mitzunehmen.
- Ein kleiner Schuss Apfelsaft kann bei manchen Pferden helfen, Wasser attraktiver zu machen.
- Dies sollte unbedingt schon zu Hause ausprobiert werden.
- Es sollte nicht erstmals auf dem Turnier mit einem neuen Trick oder einer neuen Fütterungsmethode experimentiert werden.
- Wasser sollte möglichst jederzeit erreichbar sein, wenn die Situation und die Unterbringung dies erlauben.
Durch Schwitzen verliert das Pferd Flüssigkeit. Bei körperlicher Belastung und hohen Temperaturen kann dieser Verlust deutlich größer werden.
- Wasser und Eis auf dem Turnier
- zusätzliche Wasserstellen
- Waschplätze
- ausreichend Wasser zum Abkühlen
- Eis für besonders heiße Situationen
- Kühlstationen an strategisch sinnvollen Stellen
- gute Erreichbarkeit der Kühlmöglichkeiten
Für Veranstalter können bei sehr hohen Temperaturen zusätzliche Wasser- und Eismengen bereitgestellt werden.
Mögliche Maßnahmen sind:
- Die FEI empfiehlt für Veranstaltungen bei hohen Temperaturen eine vorausschauende Planung mit ausreichend Wasser, Eis, Schatten und geeigneten Kühlmöglichkeiten.
- Nach dem Reiten kann das Pferd mit Wasser abgespritzt oder abgewaschen werden.
- Auch zwischen Belastungen können Kühlmaßnahmen sinnvoll sein.
- Ein eigener Eimer und Schwamm sind deshalb praktisch.
- Eine Gießkanne kann ebenfalls zum Abbrausen genutzt werden.
- Ein Schweißmesser kann verwendet werden, um überschüssiges Wasser aus dem Fell zu entfernen.
- Bei starkem Schwitzen und warmem oder schwülem Wetter kann kaltes Wasser zur Kühlung eingesetzt werden.
- Die großen Muskelgruppen sollten bei einer Kühlung nicht vergessen werden.
- Die Kühlung sollte nicht nur auf Beine oder Hals beschränkt werden.
- Bei normalem Abkühlen kann zusätzlich eine leichte Bewegung helfen, damit sich Atmung und Kreislauf wieder normalisieren.
- Nach intensiver Arbeit sollte dem Pferd ausreichend Zeit zum Herunterkommen gegeben werden.
5. Abkühlen und Waschen
Das Abwaschen des Pferdes kann nach körperlicher Belastung zur Kühlung beitragen.
- Kühlung sollte zu Hause geübt werden
- Das Pferd sollte bereits zu Hause an Wasser aus einem Schlauch gewöhnt sein.
- Auch das Abwaschen mit Schwamm oder Eimer kann vorher geübt werden. Wenn auf dem Turnier sehr kaltes Wasser oder mehrere Personen gleichzeitig zum Kühlen eingesetzt werden müssen, sollte das Pferd möglichst nicht völlig überrascht sein.
- Dadurch kann unnötiger Stress während einer ohnehin belastenden Situation vermieden werden.
Ein wichtiger zusätzlicher Punkt ist die Gewöhnung des Pferdes an die Kühlmaßnahmen.
- 6. Abreiten und Prüfung
- Pferde müssen bei hohen Temperaturen häufig nicht so lange aufgewärmt werden.
- Das Abreiten sollte deshalb nicht unnötig verlängert werden.
- Die Vorbereitung auf die Prüfung sollte an Temperatur und Luftfeuchtigkeit angepasst werden.
- Während des Abreitens sollten Schrittpausen eingelegt werden.
- Bei sehr warmem Wetter kann auch zwischen intensiveren Arbeitsphasen eine kurze Kühl- oder Ruhephase sinnvoll sein.
- Die Belastung sollte immer am Zustand des Pferdes ausgerichtet werden.
- Wenn ein Pferd bereits beim Abreiten ungewöhnlich erschöpft wirkt, sollte der Start kritisch überdacht werden.
- Bei mehreren Prüfungen kann eine Verringerung der Starts sinnvoll sein.
- Die Leistung sollte bei sehr heißen oder schwülen Bedingungen entsprechend angepasst werden.
- Das Wohlbefinden des Pferdes sollte wichtiger sein als ein zusätzlicher Start oder ein möglichst gutes Ergebnis.
Bei hohen Temperaturen sollte das normale Abreiten angepasst werden.
- 7. Kühlpausen während eines Turniertages
- Nach dem Abreiten kann das Pferd gegebenenfalls eine Pause erhalten.
- Bei längeren Wartezeiten kann eine Abkühlung sinnvoll sein.
- Nach einer Prüfung sollte nicht unnötig lange gewartet werden, bevor mit der Kühlung begonnen wird.
- Bei Veranstaltungen können dafür spezielle Kühlbereiche eingerichtet werden.
- Die FEI empfiehlt, Kühlstationen strategisch dort zu platzieren, wo Pferde sie nach Belastungen gut erreichen können.
Kühlung muss nicht ausschließlich nach der Prüfung stattfinden.
Bei besonders hohen Temperaturen können Kühlmöglichkeiten bereits zwischen einzelnen Belastungsphasen genutzt werden.
- 8. Elektrolyte und starkes Schwitzen
- Natrium
- Chlorid
- Kalium Bei stärkerer körperlicher Belastung und hohen Temperaturen kann deshalb ein erhöhter Bedarf entstehen.
- Die Elektrolytversorgung sollte zur individuellen Fütterung und Belastung des Pferdes passen. Bei regelmäßigem und starkem Schwitzen sollte die Versorgung mit dem betreuenden Tierarzt oder einer fachkundigen Person abgestimmt werden.
- Elektrolyte ersetzen nicht die notwendige Wasseraufnahme.
- Wasser und Elektrolytversorgung sollten deshalb zusammen betrachtet werden.
Durch starkes Schwitzen verliert das Pferd neben Wasser auch Elektrolyte.
Dazu gehören insbesondere:
- 9. Sonnenschutz
- Besonders helle und wenig pigmentierte Hautstellen können empfindlich auf die Sonne reagieren.
- Dazu gehören beispielsweise helle Bereiche an den Nüstern.
- Solche Stellen können mit geeigneter Sonnencreme geschützt werden.
- Noch wichtiger ist es, dem Pferd möglichst Schatten anzubieten.
- Boxen, Anhänger und Wartebereiche sollten bei hohen Temperaturen möglichst nicht unnötig der direkten Sonne ausgesetzt sein.
Auch die direkte Sonneneinstrahlung sollte berücksichtigt werden.
- 10. Maßnahmen des Veranstalters
- Prüfungen nach Möglichkeit auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen.
- Die Zeiteinteilung bei hohen Temperaturen anpassen.
- Lange Wartezeiten vermeiden.
- Zusätzliche Wasserstellen bereitstellen.
- Ausreichend Waschplätze einrichten.
- Schattenplätze beziehungsweise schattige Parkmöglichkeiten anbieten.
- Für eine gute Belüftung der Stallungen sorgen.
- Bei Bedarf Ventilatoren oder andere Kühlmöglichkeiten einsetzen.
- Kühlstationen möglichst in der Nähe stark belasteter Bereiche einrichten.
- Ausreichend Wasser und gegebenenfalls Eis für Kühlmaßnahmen vorhalten.
- Den Ablauf der Veranstaltung so planen, dass Pferde nicht unnötig lange in der Hitze bleiben müssen.
- Gegebenenfalls Anforderungen an die Bedingungen anpassen.
- Bei geeigneten Prüfungen können beispielsweise Streckenlängen verändert werden.
- Unter bestimmten Umständen kann die Teilnahme an Siegerehrungen freigestellt werden.
- Dadurch kann die Aufenthaltsdauer auf dem Turnier reduziert werden.
Der Veranstalter kann einen großen Beitrag dazu leisten, dass die Pferde bei hohen Temperaturen möglichst wenig belastet werden.
Mögliche Maßnahmen sind:
- 11. Moderne Kühlmöglichkeiten
- Ventilatoren
- Misting- beziehungsweise Sprühventilatoren
- gut belüftete Stallungen
- Kühlstationen
- kaltes Wasser
- Eis beziehungsweise Eiswasser
- schattige Aufenthaltsbereiche
Bei größeren Veranstaltungen können zusätzliche technische Möglichkeiten genutzt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Bei den Olympischen Spielen in Tokio wurden beispielsweise gekühltes Wasser und sogenannte Misting-Fans eingesetzt. Dieses Beispiel zeigt, wie bei großen Veranstaltungen zusätzliche Kühlmöglichkeiten genutzt werden können.
- Die Gewöhnung sollte schrittweise erfolgen.
- Training bei steigenden Temperaturen kann die Anpassung unterstützen.
- Es ist sinnvoll, die Belastung langsam aufzubauen.
- Ein Pferd sollte nicht plötzlich bei großer Mittagshitze eine intensive Prüfung absolvieren, wenn es bisher hauptsächlich bei kühleren Temperaturen gearbeitet hat.
- Die Akklimatisation kann die Hitzetoleranz verbessern, verhindert aber nicht vollständig die Belastung durch extreme Hitze oder hohe Luftfeuchtigkeit.
- ungewöhnlich starkes Schwitzen
- Schweiß läuft am gesamten Körper herunter
- das Pferd fühlt sich sehr heiß an
- sehr schnelle oder angestrengte Atmung
- tiefe Atmung oder auffällig schnelle, flache Atmung
- Schwanken oder unsicheres Stehen nach der Belastung
- deutliche Erschöpfung
- apathisches Verhalten
- geringe oder fehlende Reaktion auf die Umgebung
- ein deutlich gestresster Eindruck
- eine rektal gemessene Temperatur von über 40 °C
Für normale Reitturniere müssen natürlich nicht alle technischen Möglichkeiten vorhanden sein. Entscheidend ist, dass die vorhandenen Bedingungen sinnvoll genutzt werden.
12. Hitze-Akklimatisation
Pferde können sich an höhere Temperaturen gewöhnen. Diese Anpassung erfolgt jedoch nicht sofort.
13. Anzeichen einer gefährlichen Überhitzung
Während des gesamten Turniertages sollte das Pferd beobachtet werden.
Mögliche Warnzeichen sind:
- Diese Anzeichen sollten ernst genommen werden.
- Das Pferd darf nicht weiter belastet werden.
- Die Körpertemperatur sollte möglichst schnell gesenkt werden.
- Das Pferd sollte großflächig mit viel kaltem Wasser gekühlt werden.
- Das Wasser kann wiederholt auf den gesamten Körper aufgebracht werden.
- Bei einer starken Überhitzung kann sehr kaltes beziehungsweise Eiswasser verwendet werden.
- Die großen Körperbereiche und Muskelgruppen sollten mit einbezogen werden.
- Das Wasser sollte nicht nur auf einzelne Stellen gegeben werden.
- Bei einem tatsächlichen Notfall hat die schnelle Kühlung Priorität.
- Die normale Vorgehensweise beim langsamen Abspritzen von den Beinen nach oben gilt in dieser Situation nicht.
- Parallel sollte der Tierarzt informiert und die Situation weiter beobachtet werden.
14. Was tun bei einer starken Überhitzung?
Besteht der Verdacht auf eine gefährliche Überhitzung, muss sofort ein Tierarzt verständigt werden. Bis professionelle Hilfe eintrifft, ist eine schnelle Kühlung besonders wichtig.
- 15. Unterschied zwischen normaler Kühlung und Notfallkühlung
- Das Pferd kann zunächst ruhig geführt werden.
- Die Atmung sollte sich wieder normalisieren.
- Anschließend kann das Pferd mit Wasser gekühlt werden.
- Bei warmem Wetter kann kaltes Wasser zur Kühlung eingesetzt werden. Bei einer gefährlichen Überhitzung:
- Nicht abwarten.
- Tierarzt rufen.
- Sofort mit der großflächigen Kühlung beginnen.
- Viel kaltes Wasser verwenden.
- Nicht erst langsam von den Beinen nach oben vorarbeiten.
- Das Pferd nicht weiterarbeiten lassen.
Es ist wichtig, zwischen einem normalen Abkühlen nach der Arbeit und einer gefährlichen Überhitzung zu unterscheiden.
Nach normaler Belastung:
- 16. Planung des gesamten Turniergeländes
- Schattenplätze auf dem Parkplatz
- schattige Bereiche für Pferde
- gut belüftete Stallungen
- ausreichend Wasserstellen
- Waschplätze
- Kühlstationen
- kurze Wege zwischen Prüfungsplatz und Kühlmöglichkeiten
- ausreichend Platz zum sicheren Abkühlen
- Möglichkeiten, Pferde vor unnötig langen Wartezeiten zu schützen
Bei einem Turnier an einem heißen Tag sollte bereits bei der Planung überlegt werden, wo Pferde besonders stark der Hitze ausgesetzt sein könnten.
Sinnvoll sind beispielsweise:
- Die FEI empfiehlt eine solche vorausschauende Planung ausdrücklich, damit Wasser, Eis, Schatten und Kühlmöglichkeiten bei Bedarf bereits vorhanden sind und nicht erst während der größten Hitze organisiert werden müssen.
- Temperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Sonneneinstrahlung
- Wind
- Art der Prüfung
- Dauer der Belastung
- Anzahl der Starts
- Zustand der Pferde
- Möglichkeiten zur Kühlung
- Schattenmöglichkeiten
- Wasserversorgung
- Zeiteinteilung
17. Muss ein Turnier bei einer bestimmten Temperatur abgesagt werden?
Eine einzelne Temperatur kann nicht für jede Veranstaltung als allgemeine Grenze verwendet werden. Entscheidend ist vielmehr die gesamte Situation:
- Bei extremen Wetterbedingungen kann eine Anpassung oder sogar eine Absage einer Prüfung notwendig werden, wenn das Wohlbefinden und die Sicherheit der Pferde nicht ausreichend gewährleistet werden können. Die FEI hat beispielsweise bereits Wettbewerbe aufgrund einer gefährlichen Kombination aus Hitze und Luftfeuchtigkeit abgebrochen.
- Wenn möglich, sollte die Anreise zeitlich passend zum Start geplant werden.
- Lange Aufenthalte vor und nach der Prüfung sollten vermieden werden.
- Das Pferd sollte nicht unnötig lange im Anhänger warten.
- Nach der Prüfung sollte ausreichend Zeit zum Abkühlen und Erholen eingeplant werden. Wenn eine Siegerehrung nicht zwingend erforderlich ist beziehungsweise der Veranstalter eine Ausnahme ermöglicht, kann die Aufenthaltsdauer reduziert werden.
- Eine gute Zeiteinteilung kann deshalb einen wichtigen Beitrag zum Pferdewohl leisten.
18. Wartezeiten reduzieren
Ein wichtiger Punkt ist die gesamte Zeit, die das Pferd auf dem Turnier verbringt.
- 19. Auch der Reiter muss auf sich achten
- ausreichend trinken,
- sich möglichst regelmäßig im Schatten aufhalten,
- Sonnenschutz verwenden,
- bei Bedarf eine Kopfbedeckung tragen,
- ausreichend Pausen einplanen,
- auf körperliche Warnzeichen achten. Mögliche Anzeichen einer Hitzebelastung beim Menschen sind beispielsweise:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Übelkeit
- Verwirrtheit
- starke Erschöpfung
Bei großer Hitze ist nicht nur das Pferd gefährdet. Auch Reiter, Pfleger, Trainer und Helfer können durch hohe Temperaturen belastet werden.
Deshalb sollte auch der Mensch:
- Solche Symptome sollten ernst genommen werden. Wer selbst nicht mehr fit und aufmerksam ist, kann sein Pferd möglicherweise ebenfalls schlechter beurteilen und versorgen.
- Kanister mit vertrautem Wasser Wassereimer
- Schwamm Schweißmesser
- Gießkanne zum Abbrausen Sonnencreme für empfindliche, helle Hautstellen
- gegebenenfalls Elektrolyte entsprechend der individuellen Versorgung möglichst wenig unnötige, wärmespeichernde Ausrüstung
- Telefonnummer beziehungsweise Kontaktdaten für tierärztliche Hilfe bei längeren Veranstaltungen gegebenenfalls zusätzliche Möglichkeiten zur Kühlung
- Wetter beobachten: Nicht nur die Temperatur, sondern auch Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung berücksichtigen.
- Transport: Anhänger gut belüften und die Aufenthaltszeit möglichst kurz halten.
- Wasser: Regelmäßig und ausreichend trinken lassen.
- Schatten: Pferd möglichst vor direkter Sonne schützen.
- Wartezeiten: Lange Aufenthalte im Anhänger vermeiden.
- Abreiten: Kürzer gestalten und Schrittpausen einbauen.
- Belastung: Anzahl und Intensität der Starts an die Bedingungen anpassen.
- Akklimatisation: Pferde schrittweise an steigende Temperaturen gewöhnen.
- Kühlung: Nicht erst nach der Prüfung an Kühlung denken, sondern bei Bedarf bereits zwischen Belastungsphasen.
- Nach der Prüfung: Pferd ausreichend abkühlen und erholen lassen.
- Elektrolyte: Bei starkem Schwitzen den erhöhten Bedarf beachten.
- Veranstalter: Wasser, Schatten, Waschplätze und gegebenenfalls Kühlstationen bereitstellen.
- Technik: Bei größeren Veranstaltungen können Ventilatoren oder Sprühkühlung hilfreich sein.
- Notfall: Warnzeichen einer Überhitzung erkennen und bei Bedarf sofort handeln.
- Tierarzt: Bei gefährlicher Überhitzung unverzüglich tierärztliche Hilfe holen.
- Reiter: Auch auf die eigene Flüssigkeitsversorgung und Gesundheit achten.
20. Was sollte man für einen heißen Turniertag dabeihaben?
Eine gute Vorbereitung kann den Turniertag deutlich erleichtern.
ausreichend Wasser
21. Zusammenfassung für Reitturniere
Bei einem Turnier an einem heißen Tag sind vor allem folgende Punkte wichtig:
Quellen
Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN), Team Veterinärmedizin und Tierschutz:
„Umgang mit Hitze“, Stand Juni 2026, Warendorf.
Pferdesport Deutschland / Deutsche Reiterliche Vereinigung:
„Tipps für heiße Temperaturen – Turnierbesuch bei Hitze?“, 23.06.2026.
Pferdesport Deutschland / Deutsche Reiterliche Vereinigung:
„Hitze auf dem Turnierplatz – was nun? Mit verantwortungsvollem Umgang und guter Planung“, 13.07.2026.
Fédération Equestre Internationale (FEI):
„FEI Launches ‘Beat the Heat’ Campaign for Horse and Athlete Welfare“, 22.07.2025.
Fédération Equestre Internationale (FEI):
„How to Beat the Heat“ – Informationen zu Hitze, Flüssigkeitsverlust, Kühlung und Akklimatisation.
Fédération Equestre Internationale (FEI):
„3 Steps To Cooling Down Your Horse“, 23.08.2022.
Fédération Equestre Internationale (FEI):
„4 Tips to Optimally Prepare your Horse for Competitions and Hot Days“, 01.09.2025.
Sportevents ökologischer gestalten
Wer kennt es nicht, die überlaufenden Mülltonnen bei Großveranstaltungen? Und auch so glänzen solche Veranstaltungen nicht gerade durch Umweltfreundlichkeit. Das gilt für jegliche Arten von Events, natürlich auch für Sport- und somit auch Reitevents.
Hier ein paar Tipps, wie man Reitveranstaltungen dennoch etwas ökologischer gestalten kann.
1. Müllberege reduzieren / Plastik vermeiden
Je nach Ausstattung und "Man" (Woman) -Power, ist die beste Variante natürlich, auf Einweggeschirr zu verzichten. Hat man ein starkes Team im Rücken, ist dieser Mehraufwand, wie das ständige Ein- und Ausräumen der Spülmaschine ( siehe Punkt Anschaffungen ), vielleicht mit vereinigten Kräften zu stämmmen. Spülmaschinen nach Möglichkeit nicht halbleer laufen lassen. Angst ums Geschirr? Hier kann vielleicht ein Pfandsystem eine Möglichkeit sein.
Hier und da kann vielleicht sogar ganz auf Geschirr / Verpackungen verzichtet werden. Würstchen können im Brötchen, anstatt in der Schale gereicht werden. Ketchup, Senf oder Kaffeesahne können einem Spender entnommen werden. Und nicht in extra eingepackten Portionstütchen aus Plastik.
Sollte die Nutzung von Mehrweggeschirr nicht ganz vermeidbar sein, greift zu plastikfreien Alternativen. Im Handel findet sich heute eine breite Pallette an entsprechenden Artikeln, vom Pappteller bis hin zu Schalen aus Bambus oder Bananenblättern. Mehrkosten? Vielleicht hilft das Aufstellen eines Sparschweins mit dem Hinweis: Um eine Spende für unser plastikfreies Geschirr wird gebeten.
2. Energiefreundliche Anschaffungen
Sollten neue Anschaffungen für das Event getätigt werden müssen z.B. im Bereich Küchenausstattung (Kühlschrank / Spülmaschine etc.), greift zur Energieeffizienzklasse A. Besonders bei alten Geräten, wie Kühlschränken, die noch mit FCKW kühlen, lohnt sich ggf. eine energiesparendere Neuanschaffung.
3. Catering vollwertig gestalten
Beim Catering sollte man nach Möglichkeit auf das Bio-Siegel zurückgreifen. Das tut nicht nur dem Klima, sondern auch den Sportler*innen und Gästen gut.
Zur Erinnerung: Da der Einsatz von synthetischen Mitteln in der Landwirtschaft beim Siegel "Bio" verboten sind, tut man bei der Auswahl dieser Produkte dem Klima etwas Gutes. Darüber hinaus werden durch den Kauf von regionalen und saisonalen Produkten Transportwege gespart, und es herrscht eine Transparenz hinsichtliche Produktion und Herstellung.
Auch hier stellt sich sicherlich die Frage nach den Mehrkosten. Ein Hinweisschild kann auch hier möglicherweise die Lösung sein. Weist beim Verkauf darauf hin, dass entsprechende Produkte verwendet werden. Der Naturfreund und Pferdeliebhaber wird hier in den meisten Fällen gewillt sein, ein wenig mehr für entsprechendes Essen auszugeben.
Das Reichen von frischem Obst ist nicht nur gesund, sondern spart zudem noch Verpackungsmüll.
( Quelle: Deutscher Olymischer Sportbund / Klimaschutz im Sport )
Lebensmittel und Bio-Siegel:
Bioland - Verband für organisch-biologischen Landanbau
Biosiegel - Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
4. Preisschleifen gegen Getränk
Hier eine schöne Idee, die uns der Reitverein Nussloch geschickt hat. Diese Idee ist vielleicht nichts für die Turnier-Schleifensammler unter euch, aber dennoch ein super Einfall für die, denen die Schleifen nicht so wichtig sind.😊
IDEE: Wer möchte darf seine Preisschleife nach der Prüfung, in der Meldestelle gegen ein Getränk 🍸☕eintauschen.
Oder auch gerne Preisschleife gegen eine Baumspende! Da können die Schleifen gegen eine Baumspende bei Riders For Future start planting eingetauscht werden! Nähere Infos dazu hier...
Einen tollen Bericht über die Helsinki Horse Show und deren tolles Nachhaltigkeitskonzept, findet ihr hier...